openDesk als zentraler Baustein
Eine Schlüsselrolle übernimmt die vom Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) entwickelte Plattform openDesk. Sie wird vom DVZ als zentraler Arbeits- und Kollaborationsdienst für die Landesverwaltung betrieben und schrittweise eingeführt. openDesk vereint verschiedene Open-Source-Werkzeuge unter einer gemeinsamen Oberfläche – von E-Mail und Dokumentenbearbeitung über Projekt- und Wissensmanagement bis hin zu Chat-, Telefonie- und Videokonferenzlösungen. Erste Pilotnutzer*-innen im Finanzministerium MV (FM) und im Zentrum für Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern (ZDMV) testeten bereits die in der openDesk-Umgebung integrierten Tools OpenProject (Projektmanagement) sowie XWiki (Wissensmanagement), die voraussichtlich im 3. Quartal in 2026 für alle FM- und ZDMV-Nutzenden bereitstehen. „Wir starten bewusst im kleinen Kreis, um die Lösungen stabil zu entwickeln und direkt aus der Praxis zu lernen“, so Gunnar Genschau. Die Pilotphasen sind Teil einer mehrstufigen Rollout-Strategie, die vom Aufbau der technischen Grundlagen bis zur vollständigen Ablösung bestehender Systeme reicht. Im Mittelpunkt steht dabei ein kontrollierter Übergang anstatt eines abrupten Systemwechsels. Bis Ende des Jahres sollen bereits rund 1.000 Anwender*innen die neuen Lösungen nutzen. Dies betrifft zunächst Beschäftigte, die von der Ablösung der Atlassian-Produkte Jira und Confluence betroffen sind. Ein erster sichtbarer Schritt ist bereits erfolgt. Die bisherige SharePoint-Nutzung wurde durch die Cloud-Plattform Nextcloud ersetzt. Sie erlaubt die sichere Speicherung und gemeinsame Bearbeitung von Dateien und unterstützt alle gängigen Dokumentenformate.
Neue Wege für Kommunikation und Zusammenarbeit
Auch die Kommunikations- und Office-Landschaft erhält nach und nach ein Update. Derzeit werden souveräne Alternativen zu etablierten Lösungen für Kommunikation wie MS Teams, Webex oder Jabber bewertet. Für E-Mail und Kalender ist künftig die Open-Source-basierte Groupware Open-Xchange vorgesehen, während die Office-Suite Collabora perspektivisch Microsoft Office ablösen soll. „Hier entsteht zunächst eine Parallelwelt. Viele Fachverfahren nutzen heute Microsoft-Office-Funktionen. Das erfordert eine schrittweise Anpassung auf die neue Umgebung“, weiß Gunnar Genschau. Bei all diesen Vorhaben gilt stets die Prämisse Alt-Systeme durch moderne Anwendungen für kollaboratives Arbeiten zu ersetzen. Neben den Standardanwendungen rücken auch die Fachverfahren in den Fokus. Ziel ist es, häufig genutzte Verwaltungsanwendungen wie Dienstreisebuchung oder Zeiterfassung in die souveräne Arbeitsumgebung zu integrieren.
Summary
- Die Landesverwaltung von MV baut schrittweise einen souveränen IT-Arbeitsplatz auf Basis von Open-Source-Technologien auf.
- Herzstücke sind die Kollaborationsplattformen openDesk und Nextcloud, die moderne Werkzeuge vor allem für Kommunikation und Zusammenarbeit bündeln.
- Parallel entstehen zentrale Grundlagen wie das zentrale Identitäts- und Berechtigungsmanagement oder die Anbindung von Fachverfahren.
- Ziel ist mehr Unabhängigkeit, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit für die Landes-IT.
Was bedeutet das für Verwaltungsbeschäftigte?
Mit dem souveränen Arbeitsplatz werden künftig zahlreiche Anwendungen über eine gemeinsame Plattform bereitgestellt:
- Dokumente erstellen und gemeinsam bearbeiten
- Dateien sicher austauschen und verwalten
- E-Mails, Kalender und Kontakte zentral nutzen
- Projekte planen, steuern und dokumentieren
- Chatten, telefonieren und videokonferieren
- Wissen zentral bereitstellen, bearbeiten und finden
Ziel: Ein Login, eine Arbeitsumgebung und weniger Wechsel zwischen verschiedenen Systemen. Der souveräne Arbeitsplatz bietet eine sichere und offene digitale Arbeitsumgebung, bei der die Verwaltung die Kontrolle über Daten, Anwendungen und technische Infrastruktur behält.
Einführung in Etappen
Der souveräne Arbeitsplatz wird schrittweise aufgebaut:
- Technisches Fundament schaffen
- Dokumenten- und Projektplattformen bereitstellen
- Office-Anwendungen integrieren
- Konferenz- und Videodienste etablieren
- Kommunikationsdienste einführen
- Telefonie modernisieren
- E-Mail- und Kalenderdienste migrieren
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