Was sind die Merkmale eines cloudfähigen Fachverfahrens?
- Ortsunabhängiger Zugriff: Die Anwendung ist über moderne Weboberflächen via Internet oder Verwaltungsnetze für berechtigte Nutzer*innen abrufbar, ohne dass lokale Installationen notwendig sind.
- Skalierbarkeit: Bei erhöhten Bedarfen können Rechenleistung und Speicherplatz automatisch und bedarfsgerecht erweitert werden.
- Mandantenfähigkeit: Mehrere Kunden können dasselbe System nutzen, arbeiten aber in strikt voneinander getrennten Bereichen.
- Zentrale Updates: Aktualisierungen und Sicherheits-Patches müssen nur noch einmal zentral eingespielt werden, wovon alle Anwender*innen sofort profitieren.
- Plattformunabhängigkeit: Der Zugriff erfolgt in der Regel über einen Standard-Webbrowser, wodurch keine aufwändige lokale Installation auf den Dienstgeräten der Anwender nötig ist.
- Schnittstellen: Cloud-Fachverfahren lassen sich über moderne Schnittstellen leicht an andere Register oder E-Government-Portale anbinden.
- Sicherheit & Souveränität: Speziell im öffentlichen Sektor muss “Cloud-Fähigkeit” oft strenge Datenschutzrichtlinien erfüllen. Dies erfordert zertifizierte und souveräne Cloud-Umgebungen, um Daten rechtskonform zu verarbeiten.
Marktplatz Deutschland Digital
Seit April 2025 können Cloud-Service-Kunden aus Bund, Ländern und Kommunen auf das Portal der DVC zugreifen, um Leistungen zu bestellen. Inzwischen ist das „Cloud-Service-Portal“ in den „Marktplatz Deutschland Digital“ umgetauft worden. Hier findet sich seit Anfang Juni 2026 nun auch ELGiD.web als „Software as a Service“.
Zu ELGiD.web auf dem Marktplatz Deutschland Digital
Angeboten wird nicht nur der Containerbetrieb inklusive der dazugehörigen Softwarepflege. Der Servicegedanke wurde durch eine weitere Variante ergänzt: Zusätzlich kann auch die komplette Fachverfahrensbetreuung eingekauft werden. Der zuständige Lotse der DVC versicherte, dass es so etwas noch nicht auf dem digitalen Markplatz gäbe.
Um faire Bedingungen für alle potentiellen Kunden zu schaffen, wurde ein Preismodell mit einer Staffelung von 14 Stufen eingeführt. Somit können auch Kleinkunden mit bis zu 10 Nutzenden den Service einkaufen, aber auch Großkunden mit beispielsweise 50, 100 oder bis zu 250 Nutzenden.
Der Deutschland-Stack (D-Stack)
Der IT-Planungsrat und die Länder haben die verpflichtende Nutzung des Deutschland-Stacks verbindlich beschlossen. Da die Deutsche Verwaltungscloud ein zentraler Baustein des Deutschland-Stacks ist, erfüllt die Elterngeldsoftware somit auch einen Teil von dessen Anforderungen. Weitere Bausteine, wie die Anbindung von ELGiD.web an den Bundes-Online-Antrag „Elterngeld Digital“ oder die Bescheid-Rückkopplung an den jeweiligen Antragsteller über das zentrale, bundesweite Nutzerkonto „BundID“, hat das Team ebenfalls umgesetzt.
In einem nächsten Schritt steht die Anbindung an NOOTS und die Registermodernisierung an. Das „National Once-Only-Technical-System“ ist die zentrale technische Infrastruktur, die den digitalen Austausch von Daten zwischen Behörden und Registern ermöglicht. Sie bildet das “Once-Only-Prinzip” ab, das besagt, dass Bürger*innen und Unternehmen Daten und Nachweise (z. B. Einkommensnachweise oder Geburtsurkunden) bei Behörden nur noch ein einziges Mal einreichen müssen. Somit können andere Behörden bei Bedarf auf diese Daten zentral zugreifen. Dies geht unter anderem mit der Konsolidierung und Modernisierung der verschiedenen Register einher (z. B. das Elterngeldregister).
Das Pionierprojekt „ELFE“ (Einfach Leistungen für Eltern), das durch Bremen ins Leben gerufen wurde und aktuell als „ELFEConnect“ in die Software ELGiD.web einbracht wird, soll hierbei nur übergangsweise den Datenabruf der Einkommensdaten aus (nicht-) selbständiger Arbeit von der Rentenversicherung bzw. Finanzbehörden realisieren. ELFEConnect ist somit eine Brückentechnologie, um die Lücke in der noch nicht vollständig vernetzten Registerlandschaft Deutschlands zeitweilig zu schließen.