Für die Entscheidung, OpenStack schrittweise als VMware-Ablösung zu implementieren, gibt es mehrere Gründe: Zum einen gilt die quelloffene, international etablierte Technologie als neuer Standard in dem vom Bund beschlossenen Deutschland-Stack und wird auch in der Deutschen Verwaltungscloud als Basistechnologie berücksichtigt. Zum anderen unterstützt OpenStack das von der Landesverwaltung priorisierte Ziel der digitalen Souveränität, indem Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern reduziert und mehr Handlungsspielraum bei technologischen Entscheidungen geschaffen werden. OpenStack eröffnet zudem neue Möglichkeiten für die Bereitstellung digitaler Services und erhöht die Flexibilität beim Betrieb von Fachverfahren. OpenStack-Projektleiter Ralph Rehbein aus dem DVZ fügt hinzu: „Wir legen damit den technologischen Grundstein für eine neue Form der Zusammenarbeit in Mecklenburg-Vorpommern zwischen Land, Kommunen und weiteren öffentlichen Einrichtungen.“
Die eigentliche Veränderung: Infrastructure as Code
Die größte Veränderung findet allerdings nicht im Rechenzentrum, sondern in den internen Arbeitsabläufen statt. Bislang erfolgt die Bereitstellung von Infrastruktur häufig über Ticketprozesse. Benötigt ein DVZ-Team neue Server oder zusätzliche Ressourcen, werden diese beantragt und anschließend manuell in mehreren Arbeitsschritten eingerichtet. In der OpenStack-Welt funktioniert das künftig anders: Infrastruktur wird als Code beschrieben und automatisiert bereitgestellt – Infrastructure as Code (IaC) nennt sich dieser Ansatz. Virtuelle Server, Speicher, Netzwerke oder Kubernetes-Cluster werden über Konfigurationsdateien einmalig definiert und in kürzester Zeit – sozusagen per Knopfdruck – automatisiert erstellt. Die Infrastruktur wird damit reproduzierbar, versionierbar und nachvollziehbar. Für die DVZ-Fachbereiche bedeutet das einen grundlegenden Wandel: Sie beschreiben künftig ihre Anforderungen selbst und können sich standardisierte Infrastrukturen automatisiert bereitstellen lassen. Die Verantwortung transformiert sich damit teilweise vom klassischen Infrastrukturteam hin zu den Service- und Betriebsteams. Ralph Rehbein betont: „Dies erfordert ein Umdenken in der Zusammenarbeit und ein stärkeres Zusammenwachsen bislang getrennter Fachbereiche wie Infrastruktur, Netzwerk, Betrieb, Automatisierung und Plattform-Engineering.“ Auch für die Beschäftigten der Landesverwaltung sind die Vorteile spürbar: Dank standardisierter Prozesse stehen IT-Services künftig stabiler und schneller bereit.
Summary
- OpenStack wird zur technologischen Basis der künftigen Cloud-Infrastruktur des DVZ.
- Die Open-Source-Plattform reduziert Herstellerabhängigkeiten und unterstützt die Multi-Cloud-Strategie des Landes.
- IT-Services können künftig flexibel in der Private-Cloud, über die Deutsche Verwaltungscloud oder bei weiteren Cloud-Anbietern betrieben werden.
- Mit „Infrastructure as Code“ wird Infrastruktur automatisiert, standardisiert und schneller bereitgestellt.
- Der Aufbau läuft bereits, perspektivisch sollen alle DVZ-Services auf die neue OpenStack-Plattform wechseln.
Was ist OpenStack?
- Open-Source-Plattform für Cloud-Infrastrukturen
- Verwaltet Rechenleistung, Speicher und Netzwerke
- Ermöglicht die automatisierte Bereitstellung von IT-Infrastruktur
- Setzt die Vorgaben des Deutschland-Stacks mit festgelegten Standards für die öffentliche Verwaltung um
Warum ist OpenStack für die Verwaltung relevant?
- Reduziert Herstellerabhängigkeiten und stärkt somit die digitale Souveränität
- Schnellere Bereitstellung neuer IT-Services, da Infrastruktur automatisiert erstellt wird
- Höhere Stabilität und Verfügbarkeit von Anwendungen durch standardisierte Umgebungen
- Mehr Transparenz, da die Infrastruktur dokumentiert und als Code versioniert wird
- Mehr Stabilität und schnellere Fehlerbehebung: Automatisierte Tests verhindern Störungen nach Änderungen, während komplette Umgebungen im Fehlerfall in kurzer Zeit neu aufgebaut werden können
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