Bild mit Bezug zur Justiz
Modernes IT-Fachverfahren für SGB XIV

Mit SERiD das soziale Entschädigungsrecht digital umsetzen

Opfer von Gewalttaten, Leidtragende von Terror oder Gewalt sowie ­Geschädigte von Schutzimpfungen haben in Deutschland Anspruch auf Entschädigung. Dies regelt das festgeschriebene Recht auf soziale Entschädigung im Vierzehnten ­Sozialgesetzbuch (SGB XIV), das 2024 vom Gesetzgeber neu geregelt wurde. Um die Gesetzesänderung umzusetzen und den Sachbearbeiter*innen in den Sozialämtern eine benutzerfreundliche IT-Lösung bereitzustellen, hat das DVZ gemeinsam mit 13 beteiligten Bundesländern ein großes Entwicklungsprojekt gestartet. Pünktlich zum Inkrafttreten des SGB XIV im Januar 2024 ist die moderne und sichere Webanwendung in Betrieb genommen worden.

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Screenshot der SERiD-Software auf einem Computer

Eine digitale Lösung für alle Schritte

Die technologisch fortschrittliche Webapplikation bildet den Kernprozess der Leistungsabwicklung ab: von der Datenerfassung über die Fallbearbeitung bis hin zur Auszahlung von SGB-XIV-Leistungen. Zuerst werden die persönlichen und fallbezogenen Daten des Berechtigten erfasst. Anschließend wird ein Vorgang zu dem Fall erstellt und durch eine andere Person freigegeben. Danach wird der Vorgang und deren Leistungen in den Zahllauf aufgenommen, in die bundeslandspezifischen Zahldateien überführt und über Schnittstellen zu den Landes- und Bundeskassen übermittelt.

Foto DVZ-Softwareentwickler beim Arbeiten

Zukunftssicher und technologisch souverän

Das Fachverfahren basiert nahezu vollständig auf Open-Source-Technologien und einer modularen, containerbasierten Architektur. Einzelne Komponenten sind austauschbar, wodurch technologische Unabhängigkeit und langfristige Wartbarkeit gewährleistet sind. Ein unabhängiges Audit hat bestätigt, dass die eingesetzten Technologien zukunftssicher sind und den anwendungsspezifischen Qualitätsanforderungen entsprechen. Als entwickelte EfA-Leistung steht die SERiD-Fachanwendung allen Bundesländern zur Nachnutzung zur Verfügung.

Symbolbild für Containertechnologie

Skalierbar, hochverfügbar und sicher

Die Webanwendung wird als Software-as-a-Service auf einer modernen Container-Plattform zentral für alle 13 Bundesländer im hauseigenen, zertifizierten Rechenzentrum des DVZ betrieben. Dies gewährleistet eine hohe Skalierbarkeit und Flexibilität sowie eine ausgeprägte Ausfall- und Zugriffssicherheit – auch bei steigenden Nutzerzahlen und Zahlungsvolumina. Im ersten Betriebsjahr wurden über XXX.000 Zahlungsaufträge erfolgreich verarbeitet und ausgezahlt, bei einer Fehlerquote von unter 2 Prozent.

Luftaufnahme des DVZ-Standorts

SERiD-Software auf einem Blick

13

Bundesländer

... und ihre nachgeordneten Behörden nutzen SERiD zur kompletten digitalen Antragsbearbeitung und Auszahlung von SGB-XIV-Leistungen.

40

DVZ-Expert*innen

… entwickelten das EfA-Fachverfahren als Software-as-a-Service auf einer containerbasierten Infrastruktur inklusive Betrieb im hauseigenen Rechenzentrum.

Über XXX.XXX

Zahlungsaufträge

... wickelte die Webanwendung seit ihrem Livegang Anfang Januar 2024 bis Ende 2025 an die Bundes- und Landeskassen ab.

1

EfA-Leistung

... wurde vom DVZ als IT-Landesdienstleister von MV zentral entwickelt und steht zur Nachnutzung für alle Bundesländer bereit.

Foto einer Meetingsituation

Kontinuierliche Optimierung mit den Ländern

Pünktlich zum Gesetzesstart 2024 wurde die Software als ein Minimum Viable Product (MVP) bereitgestellt, das die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Seitdem wird das Fachverfahren gemeinsam mit den Fachexpert*innen der Länder stetig weiterentwickelt. Ziel ist es, kontinuierlich neue Funktionen umzusetzen, um die Sachbearbeitung in den Sozialämtern weiter zu entlasten.

DevOps-Engineer Enrico Biermann

Enrico Biermann | Lösungsarchitekt

Wir verbinden moderne Open-Source-Technologien mit einem klaren Verantwortungsbewusstsein für einen sensiblen Fachbereich. So entsteht ein IT-Fachverfahren, das technologisch souverän ist und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt.

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