Ausbaustufe II: Lebenszyklus einer Waffe abbilden

Im Nationalen Waffenregister (NWR) wird seit 2013 der legale private Waffenbesitz in Deutschland abgebildet. Um jedoch den gesamten Lebenszyklus einer Waffe von der Herstellung/dem Import bis hin zur Vernichtung/dem Export nachzuvollziehen, beschloss die Innenministerkonferenz 2016 einen umfangreichen Ausbau des NWR (sog. „NWR II“). Den Auftrag für die Errichtung der Kopfstelle erhielt die DVZ M-V GmbH als leistungsfähiger IT-Lösungsanbieter. So war die Aufgabe des DVZ, eine Kopfstelle zu entwickeln und deren Betrieb zu realisieren. Am 15. Juni 2020 ging das neue NWR-Meldeportal live. 

Kopfstelle als Bindeglied

Die Kopfstelle fungiert dabei als Bindeglied zwischen dem Sicherheitsregister im geschützten Verwaltungsnetz und den anzubindenden Waffenherstellern und -händlern im Internet. In dem Waffenregister werden für min. 20 Jahre Typ, Modell, Fabrikat, Kaliber, Seriennummern von Waffen sowie Namen und Anschriften von Lieferanten und der Person, die die Waffe erwirbt oder besitzt, registriert und gespeichert. Diese Informationen können Behörden, die zur gesetzlichen Aufgabenerfüllung waffenrechtliche Daten benötigen, einsehen – vor allem die Länder- und Bundespolizei.

Alles nach Plan

Nach Abschluss der Konzeptionsphase 2017 wurde die Software der Kopfstelle entwickelt, die Infrastruktur für dessen Betrieb aufgebaut und die Einsatzbereitschaft der Lösung hergestellt. Mit der Verabschiedung des 3. Waffenrechtsänderungsgesetzes wurden letzte Softwareanpassungen umgesetzt und bundesweit in Betrieb genommen. Zum Ende des Projektes wurden nicht nur eine dreistellige Zahl an Änderungsanträgen an der Software umgesetzt, sondern auch interne Betriebsprozesse optimiert sowie die Architektur und die Verarbeitungsgeschwindigkeit der Kopfstelle verbessert.

Registrierung für Händler und Hersteller

Pünktlich zum 15. Juni 2020 ging das NWR-Meldeportal live. Denn ab dem 1. September galt die elektronische Anzeigepflicht für HuH und Hunderte mussten sich vorab registrieren. In dieser Zeit haben sich über 2.000 HuH registriert. Seit September werden durch die Kopfstelle monatlich über 300.000 Meldungen verarbeitet. Im Herbst 2021 ist das erste Update geplant: die Aktualisierung des Datenaustauschstandards XWaffe mit dessen Inbetriebnahme größere fachliche Korrekturen und Erweiterungen einhergehen.


 

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Fonds für die Innere Sicherheit durch die Europäische Kommission kofinanziert.

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