Semesterbeginn

365 Tage KITS Teil 1 – Typisches Studentenleben?

KITS – Was ist das überhaupt? Es hat, entgegen der meisten Vermutungen, nicht besonders viel mit Kids zu tun, sondern eher mit jungen Erwachsenen und denen, die sich als solche bezeichnen. Denn KITS ist das Akronym für den „Kooperativen Studiengang ITSicherheit“, der zusammen mit dem „Kooperativen Studiengang Informatik“ (KoSI) und dem „Kooperativen Embedded Systems-Studiengang“ (KESS) das Duale Studienangebot des Fachbereiches Informatik der Hochschule Darmstadt abbildet.

Das DVZ ist eines von 58 Partnerunternehmen, das durch Kooperation mit der Hochschule Darmstadt das Duale Informatikstudium anbietet. Neben dem Datenverarbeitungszentrum sind auch weitere bekannte Unternehmen wie beispielsweise die „Airbus Defence and Space S.A.S.“, die „Bundesrepublik Deutschland-Finanzagentur GmbH“, die „Continental Automotive GmbH“, die „DENIC eG“ oder die „Deutsche Telekom AG“ als Praxispartner vertreten.

Anders als viele andere Duale Studiengänge umfasst KITS eine Regelstudienzeit von sieben Semestern, wovon die ersten beiden sowie das vierte und sechste Semester reine Theoriesemester sind. In den vorlesungsfreien Zeiten, die Nicht-Dual-Studierende als Semesterferien kennen, sowie den Semestern drei, fünf und sieben erfolgt die Untermauerung des theoretisch erlernten Wissens mit Praxis in den Partnerunternehmen, in meinem Fall also hier im DVZ.

Um zwei Theoriesemester in Darmstadt „zu überstehen“, empfiehlt es sich, eine Wohnung vor Ort zu mieten. Das ist leichter gesagt als getan: Es werden momentan zahlreiche neue Studierendenwohnanlagen gebaut, da erschwinglicher Wohnraum nur in sehr begrenzter Stückzahl zur Verfügung steht. Die Nachfrage ist aber hoch. In Darmstadt gibt es ca. 150.000 Einwohner, etwa so viele wie in Schwerin und Neubrandenburg zusammen. Über 40.000 davon sind Studierende, was etwa der Einwohnerzahl von Wismar entspricht. Glücklicherweise hatte ich die Zusage, ein Apartment im „Headquarter“, welches fünf Fußminuten vom Campus entfernt ist, beziehen zu können. Also machte ich mich, mit meinem gesamten Hausstand im Auto, auf nach Darmstadt.

Das geht ja gut los – Der Start der „Ersties“

Die Einführung für uns „Ersties“ erfolgte vor Beginn der Lehrveranstaltungen von Mittwoch bis Freitag an der Hochschule. Uns wurde von Studierenden höherer Semester unter anderem nähergebracht, wie das Studierendenleben vonstattengeht und wie wir die richtigen Module im Online-Belegsystem auswählen.

Da ich am Mittwochmorgen um 3:00 Uhr losgefahren war, um pünktlich zur Begrüßung in Darmstadt sein zu können, freute ich mich am Ende des ersten Einführungstages sehr auf die neue Wohnung und allem voran auf das Bett. Doch im „Headquarter“ war man von meiner Ankunft leider sichtlich überrascht. Man erklärte mir, dass es vor Kurzem einen Verwalterwechsel gegeben hätte, wodurch die Kommunikation zwischen Objekteigentümer, Objektvermieter und den Angestellten vor Ort nur selten funktioniere. Ich wurde gebeten tags darauf wieder anzurufen: Mal sehen, was sich bis dahin einrichten lässt…

„Das geht ja gut los“, dachte ich und begab mich auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht. Meine Versuche, ein günstiges Hotelzimmer in Darmstadt oder Frankfurt zu finden, scheiterten. Nach zahlreichen Anfragen fand ich doch noch in Darmstadt eine Übernachtungsmöglichkeit im Hotel „Prinz Heinrich“. In dem 2-Personen-Apartment fühlte ich mich auch wie Prinz Heinrich persönlich, leider schien auch der Preis für Prinzen gemacht. Aber die bessere Alternative zum Camping auf dem Campus war es in jedem Fall.

Es geht voran – auch mit Spaß

Am zweiten Tag der Erstsemestertage wurden einige Team-Wettbewerbe veranstaltet, wodurch sich die Studierenden besser kennenlernten. In der Mittagspause testeten wir dann ausgiebig die Mensa.

In meinem Telefonat mit dem Quartermanager (Headquarter-Deutsch für „Hausmeister“) überzeugte ich ihn, dass Apartment 1276 für mich vorgesehen ist. Leider war dieses noch nicht gereinigt worden und ich konnte immer noch nicht einziehen. Es begann der Hotelsuche zweiter Teil. Meine Erfahrung lehrt mich, dass es an einem frühen Donnerstagnachmittag leichter ist, ein günstiges Hotelzimmer in Darmstadt zu finden, als an einem Mittwochabend.

Beim folgenden ersten Freitag in meinem jungen Studentenleben wurde diesem alle Ehre gemacht. Im Team war eine Campus-Rallye zu meistern, wobei jedes Teammitglied zu Beginn eine Flasche Bier erhielt. Verschiedene Fragen galt es zu beantworten, die helfen sollten, den studentischen Alltag zu bestehen. An vielen Stationen, die man zur Beantwortung der Fragen anlief, bestand außerdem die Möglichkeit, unentgeltlich die inzwischen leere Flasche gegen eine volle auszutauschen. Ein Angebot, das wir gerne annahmen. Die letzte Station war der „Glaskasten“, das Studierendencafé im Hochhaus C10, dem höchsten Gebäude Darmstadts. Dort erwartete uns frisch Gegrilltes.

Und dann klingelte mein Telefon: Die Wohnung sei gereinigt und fertig zur Übergabe. Erfreuliche Nachrichten. Der erste Freitagabend meines Studentenlebens bestand also darin, das Auto zu entladen, den gesamten Fahrzeuginhalt in das zweite Obergeschoss zu bewegen und dort aus zahllosen Transportbehältnissen in Schränke und Regale zu verstauen. Jetzt war ich angekommen, jetzt konnte es losgehen!

 

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