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INTEGRIERTE LEITSTELLE: Gefahrenabwehr ohne Verzögerung ...

Das „Zauberwort“ um diesen hohen Anspruch auch im täglichen Rettungsalltag umsetzen zu können, heißt: iLS.net - integrierte Leitstellensoftware für die polizeiliche und nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr. Die neue Leistellenlösung wird gemeinsam mit der Integrierten Leitstelle Westmecklenburg (ILWM) entwickelt, die zuständig ist für die Landkreise Parchim, Ludwigslust und Nordwestmecklenburg sowie die Städte Schwerin und Parchim. Der Einzugsbereich umfasst damit ein Drittel der Bevölkerung sowie ein Drittel der Fläche des Landes Mecklenburg-Vorpommern. iLS.net arbeitet mit einem mehrstufigen Datenbanksystem, ist zugeschnitten für „integrierte Leitstellen“, deren Einzugsbereiche sich über mehrere Gebietskörperschaften erstrecken und unterstützt neben Feuerwehr und Rettungsdienst auch den Bereich der polizeilichen Gefahrenabwehr. Insofern hat die Bezeichnung „integriert“ eine doppelte Bedeutung.

Lokale Einsatzdaten werden vom Anruf bis zur Auswertung mit Hilfe des Verwaltungsnetzes CN LAVINE in eine zentrale Datenbank übertragen. Hier fließen die Daten aller Einsätze (Brand, Rettung, Katastrophe, Bombenfund oder Polizeieinsatz) von allen beteiligten Leitstellen zusammen. Darin unterscheidet sich iLS.net auch von anderen Systemen. Über diese zentrale Leitstellenkomponente erfolgen die Überwachung der Verfügbarkeit der angeschlossenen dezentralen Systeme, die Übergabe der für andere Leitstellen relevanten Daten zu laufenden Einsätzen sowie die Verteilung der zentralen und für alle gültigen Stammdaten. Da alle Informationen sämtlichen angeschlossenen Leitstellen - entsprechend des Berechtigungsprofils - zur Verfügung stehen, können auch Einsätze in benachbarten Bereichen sofort unterstützt oder bei Bedarf komplett übernommen werden. In der zentralen Datenbank für die Stammdaten werden beispielsweise Geodaten, Straßenverzeichnisse, Gefahrstoffe oder leitstellenübergreifende zentrale Einsatz- und Alarmpläne bereitgestellt, aktualisiert und synchron an alle Leitstellen verteilt. Das hat den großen Vorteil, dass alle beteiligten Instanzen gleichzeitig mit exakt denselben Daten arbeiten. Unklarheiten und Missverständnisse, beispielsweise durch die unterschiedliche Schreibweise von Straßennahmen, werden vermieden. Krisen- oder Katastrophenstäbe, die bei besonderen Einsätzen außerhalb der Einsatzleitstellen gegründet werden, haben bei entsprechender Freischaltung Zugriff auf die zentral gespeicherten Einsatzdaten.

Nicht zu vergessen sind die externen Datenschnittstellen des iLS.net. Das sind einmal die Haushalts-, Kassen-, und Rechnungssysteme für die Abrechnung der Krankentransporte, die über die Krankenkassen erfolgt. Es ist geplant, das Digitalfunkprojekt TETRA der Polizei ebenfalls zu integrieren. Darüber soll zukünftig landesweit die Alarmierung erfolgen. Mit den Krankenhäusern werden perspektivisch die im Einsatzfall erforderlichen medizinischen Maßnahmen und Kapazitäten abgestimmt. Große Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der ebenfalls im DVZ enwickelten und betriebenen Fachapplikation EVA, dem Elektronischen Vorgangsassistenten der Polizei, zu. Insbesondere, wenn aus einem Einsatz ein polizeilicher Vorgang wird. Informationen darüber, was und wo passiert ist, welche Einsatzkräfte hinzugezogen und welche Maßnahmen ergriffen wurden können per Knopfdruck automatisch an EVA übergeben und dort im Rahmen der polizeilichen Vorgangsbearbeitung sofort weiter verarbeitet werden. Außerdem ist eine Schnittstelle zur Behördenauskunft geplant, mit der vor allem im Evakuierungsfall schnell die erforderlichen Meldedaten bereitgestellt werden können.

Seit März 2008 befindet sich das Projekt in der zweiten Etappe des Pilotbetriebes. Hier geht es darum, die wesentlichen Leitstellenfunktionen einzubauen, die zentrale Komponente für die leitstellenübergreifenden Funktionen in das DVZ-Rechenzentrum umzulagern und die organisatorischen Vorbereitungen für die Aufnahme des Pilotbetriebes in der ILWM und einer polizeilichen Leitstelle zu treffen. Mit der Aufnahme des Pilotbetriebes sollen einzelne Einsätze parallel zum Altsystem über das neue System abgewickelt werden. In einer dritten Projektetappe soll die Software unter realen Bedingungen getestet und eventuelle Schwachstellen lokalisiert und beseitigt werden. Gleichzeitig ist es geplant, in dieser letzten Entwicklungsetappe weitere Leitstellen in den Pilotbetrieb einzubeziehen und mit dem Übergang zu einem landesweiten Wirkbetrieb mit der Ablösung vorhandener Altsysteme zu beginnen. Ziel ist es, dass mit dem Abschluss der Softwareentwicklung im Jahr 2010 ein Großteil der polizeilichen und nichtpolizeilichen Leitstellen des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit iLS.net arbeiten.

Im April 2008 wurde die neue Leistellen-Technologie unter anderem im Rahmen des „GirlsDay“ erstmalig präsentiert.


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